LG stellt ‘Agentenaccessoire’ vor
von Clarissa Araujo
Agenten in Spe aufgespasst – LG hat mit dem GD910 ein UMTS-fähiges Watchphone auf den Markt gebracht, dass seinem Träger einen Hauch von James Bond verleihen soll. Die 60 mal 39 mal 13,9 Millimeter große Uhr mit Telefonfunktion wartet mit HSDPA-Chip auf und funkt zudem auf den GSM-Frequenzen 850/900/1.800 und 1.900 Megahertz. LG richtet sein Angebot angesichts eines Einführungspreises von 999 Euro ohne Vertrag jedoch eher an das etwas besser betuchte Publikum.
“Dank optionalem Bluetooth-Headset muss der Anwender beim Telefonieren das Armbandhandy nicht an den Mund führen wie man es in Anlehnung an einen Agenten-Movie vermuten könnte”, sagt Niels Seib, Manager Public Relations bei LG Electronics Deutschland.
Natürlich muss eine waschechte Agentenuhr mit allem drum und dran und noch mehr auch über eine Freisprechfunktion verfügen, über die sich die Uhr auch ohne Headset für Telefongespräche nutzen lässt. Aufgrund eines eingebauten HSDPA-Chips ist das Gerät laut Angaben des Herstellers auch als Modem zur Anbindung von Notebooks an das Internet geeignet. Datenübertragungen sind auch über Bluetooth möglich, allerdings wird das Watchphone selbst ohne Webbrowser geliefert. Wie mit jedem Mobiltelefon können Anwender über das GD910 SMS verschicken, aber auf den Versand von E-Mails und MMS muss der technisch affine Uhrenliebhaber mangels eines Clients verzichten.
Der integrierte MP3-Player unterstützt zwar eine Menge Formate (WMA, AAC, AAC+, MP3 und RA) zahlreiche Audioformate, doch bei einem internen Speicher von 82 Megabyte ist man bei der Playlist vergleichsweise stark eingeschränkt.
Der koreanische Elektronikkonzern verbaute einen 1,4 Zoll großen Touchscreen, doch ein 18-Bit-Farbdisplays mit einer Auflösung von 120 mal 160 Pixel ermöglicht in dieser Kompaktheit kein wirklich benutzerfreundliches Userinterface. Nicht zuletzt deswegen hofft LG, mittels Spracherkennungsfunktion die Eingabe von Befehlen zu erleichtern. Als zentrale Attraktion ist jedoch die eingebaute Kamera mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixel (rund 0,3 Megapixel) anzusehen, die ausschließlich für Videotelefonate zum Einsatz kommt. Videoformate für Mediaplayer werden indes nicht unterstützt.
Ein Lithium-Ionen-Akku mit 480 Milliamperestunden verspricht bis zu einer Woche Standby, aber nur rund zwei Stunden Gesprächszeit. Mit 91 Gramm wiegt LGs Watchphone auch deutlich mehr als ein herkömmlicher Zeitanzeiger.
Ob diese Uhr nun wirklich als “Agentenaccessoir” taugt sei mal dahin gestellt, aber angesichts dieser Einschränkungen habe ich lieber ein Handy mit integrierter Uhr statt umgekehrt.

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